Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) wurde erstmals der „Journalistenpreis der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie“ vergeben. Anliegen der DGfN ist, die Prävention von Nierenkrankheiten zu stärken und zu erreichen, dass nephrologische Krankheiten stärker in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung rücken. In Deutschland leben zurzeit ca. 9 Millionen Menschen mit einer chronischen Nierenkrankheit (CKD).

Den beiden Preisträgerinnen, Marie Rövekamp, Der Tagessspiegel, und Regina Hauch, WDR ist es nach Einschätzung des Preiskomitees unter der Leitung des DGfN-Pressesprechers Prof. Dr. Jan C. Galle, Lüdenscheid, besonders gut gelungen, Empathie für Menschen mit einer Nierenerkrankung zu wecken und komplexe medizinischen Zusammenhänge verständlich darzustellen. „Die größte Kunst ist es, Medizinthemen sachlich richtig und trotzdem laienverständlich darzustellen und auch die richtige Balance zwischen Information und Emotion zu erreichen. Natürlich wünschen wir uns, dass Nierenkrankheiten mehr in den Schlagzeilen auftauchen, aber wir wollen auch keine Panikmache oder unseriöse Berichterstattung.“

Regine Hauch, Düsseldorf, hat diese Balance mit ihrem eingereichten Beitrag erreicht. Sie arbeitet seit 1982 als freie Journalistin für diverse Tages- und Wochenzeitungen/-zeitschriften sowie für TV- und Hörfunksender. Für die Sendung „Quarks“ des WDR erstellte sie ein 12-minütige Feature zum Thema Zystennieren. Dabei stieß die studierte Germanistin und ehemalige Stipendiatin der Journalistischen Begabtenförderung der Konrad Adenauer-Stiftung eher zufällig auf das Thema Zystennieren. „Der Freund eines Redaktionskollegen ist betroffen – und als uns der Kollege davon erzählte, fiel auf, dass niemand in der Redaktion je von dieser Krankheit gehört hatte. Das weckte meine Neugier“. Später, so erzählt sie, sei ihr bei der Recherche bewusst geworden, dass Nierenkrankheiten noch immer ein mediales Schattendasein führen, es sich also lohne, dieses Thema zu bearbeiten.

Marie Rövekamp, die Preisträgerin in der Kategorie Print, ist Redakteurin im Wirtschaftsressort des Tagesspiegels in Berlin und schreibt dort über die Themenbereiche Arbeit, Soziales und Gesellschaft. Nach ersten Schreiberfahrungen bei Tageszeitungen wie den Westfälischen Nachrichten, dem Interviewmagazin Stadtgeflüster und der Deutschen Presse-Agentur kam sie 2013 als Volontärin zum Tagesspiegel und blieb dort. Sie hat Psychologie, Kommunikations- und Geschichtswissenschaft in Münster studiert. Der Artikel, mit dem sie sich für den Journalistenpreis der DGfN beworben hat, beschreibt eindrucksvoll am Schicksal einer zweijährigen Dialysepatientin den Organmangel in Deutschland. „Ich hatte im Herbst 2018 die politische Debatte zur Organspende und dem Vorschlag zur Widerspruchslösung mitverfolgt und dachte, das ist ein extrem wichtiges Thema, das viele Menschen in diesem Land betrifft. Auf ein Organ zu warten, ist schon an sich schlimm und schmerzhaft. Aber wie ist es erst, wenn ihr Kind auf ein Spenderorgan wartet? Das zeigt die Notwendigkeit zum Spenden noch einmal deutlicher.“

Wie Prof. Dr. Andreas Kribben, Präsident der DGfN ausführt, hat Frau Rövekamp damit einen Nerv getroffen. „Die Nierentransplantation ist medizinisch gesehen die beste Form der Nierenersatztherapie, stark limitierend ist aber der eklatante Organmangel. Wir freuen uns, wenn eine positive Berichterstattung stattfindet, die zeigt, wie groß die Not der Wartenden und wie sinnvoll die Organspende ist. Wir hoffen, dass Medienbeiträge wie der von Frau Rövekamp helfen, Strategien zur Verbesserung der Situation umzusetzen. Auch wenn die von Bundesgesundheitsminister Spahn durchgesetzte Änderung des Transplantationsgesetzes ein großer Schritt in die richtige Richtung war, hoffen wir, dass auch die Widerspruchslösung durchsetzbar ist. Zusammen mit der Deutschen Transplantationsgesellschaft machen wir uns seit Jahren dafür stark.“

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idw 2019/10