Bewegungs- und Motivationsprogramm für Tumorpatienten

Bewegungs- und Motivationsprogramm für Tumorpatienten

Körperliche Aktivitäten haben auch bei Krebspatienten nachweislich positive Effekte auf Körper und Psyche und werden deshalb von verschiedenen medizinischen Fachgesellschaften empfohlen. Das jetzt startende, anlässlich des morgigen Weltkrebstags erstmals der Öffentlichkeit präsentierte Programm des Präventions- und Bildungszentrums am UCC entstand in Kooperation mit dem „Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen“ (NCT) in Heidelberg, dessen einziger Partnerstandort das UCC seit dem vergangenen Jahr ist. Das Dresdner Bewegungs-Motivationsprogramm „Aktiv in der Nachsorge“ wird im Rahmen eines Pilotprojekts wissenschaftlich begleitet. Als Ergebnis entsteht ein Leitfaden, den Sportvereine und weitere Institutionen künftig nutzen können. Die in der Pilotphase startenden Kurse werden von der „Stiftung Hochschulmedizin Dresden“ finanziert.

Der diesjährige Weltkrebstag steht unter dem Motto „Wir können. Ich kann.“ Dadurch möchte die „Union for International Cancer Control“ (UICC) hervorheben, dass sich jeder im Kampf gegen den Krebs engagieren kann – egal ob als Einzelperson oder gemeinsam mit anderen Menschen. Die Deutsche Krebshilfe ruft anlässlich des Weltkrebstages 2016 dazu auf, die nach wie vor bestehenden Wissensdefizite über Krebs auszuräumen. Diesen Aspekt erweitert das Dresdner Universitäts KrebsCentrum, in dem es Patienten nach der Therapiephase über eine gesündere, krebsvermeidende Lebensweise aufklärt sowie sie dazu animiert und anleitet. „Diese Aktivitäten in der Phase der Krebsnachsorge wird für die Betroffenen immer wichtiger“, sagt Professor Gerhard Ehninger, geschäftsführender Direktor der UCC. „Denn verbesserte Früherkennungs- und Therapiemöglichkeiten haben die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens soweit verringert, dass nun die Lebensqualität nach der Behandlung eine wesentliche Rolle spielen.“ Ein wichtiger Aspekt sind hierbei körperliche Aktivitäten, denn sie zeigen wissenschaftlichen Studien zufolge positive Effekte auf Körper und Psyche. Der von verschiedenen Fachgesellschaften ausdrücklich empfohlene Rehabilitationssport ist deshalb auch für Krebspatienten eine gute Möglichkeit, im Anschluss an die Behandlung aktiv zu werden. Allerdings fällt es Betroffenen, die sich schon vor der Krebsdiagnose wenig bewegt haben, häufig schwer, sich nach der Tumortherapie regelmäßig zu bewegen. „Um diese Patientinnen und Patienten aktiv zu unterstützen, sind vor allem Strategien zur Förderung der Motivation wirksam. Deshalb tragen wir als Stiftung Hochschulmedizin einen Großteil der Kosten für das Programm ‚Aktiv in der Nachsorge‛“, sagt Professor Michael Meurer, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Hochschulmedizin Dresden.

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‚Den inneren Schweinehund überwinden‘

„Da nehme ich doch schnell den Aufzug“, „nächste Woche kann ich ja auch noch zum Sportkurs gehen“, „spazieren im Winter ist doch auch nicht das Wahre“ – viele Menschen kennen solche Gedanken. Bei Krebspatienten kommen weitere Unsicherheiten hinzu: „Wie viel darf ich mich bewegen?“, „sollte ich mich nicht doch noch schonen?“ Genau hier möchte das Programm „Aktiv in der Nachsorge“ die Patienten unterstützen und gemeinsam ihnen individuelle Strategien für einen langfristig aktiveren Alltag entwickeln. Das jetzt startende Programm wurde in Kooperation mit der NCT-Arbeitsgruppe „Onkologische Sport- und Bewegungstherapie“ unter der Leitung von Dr. Joachim Wiskemann entwickelt. Sowohl in der Forschung zum Thema Bewegung und Krebs, aber auch in den Sport- und Bewegungsangeboten für Patienten ist das NCT deutschlandweit führend. Auf die langjährige Erfahrung auf dem Gebiet „Bewegung und Krebs“ des NCT konnte das Präventions- und Bildungszentrum des Dresdner UCC bei der Entwicklung von ‚Aktiv in der Nachsorge‘ zurückgreifen.

Projektziel ist ein nachhaltiges und wohnortnah nutzbares Programm

„‚Aktiv in der Nachsorge“ möchte Patientinnen und Patienten dabei unterstützen, einen aktiven Lebensstil zu entwickeln und diesen vor allem auch über die Dauer des Programms hinaus aufrechtzuerhalten. Diese Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Erfolgskriterium“, sagt Professor Ehninger. Ein weiteres wichtiges Ziel ist es, „Aktiv in der Nachsorge“ in die Breite zu tragen. Nach der Erprobungs- und Evaluierungsphase können andere Träger und Institutionen das Programm übernehmen. Auf diese Weise können mittelfristig Krebspatientinnen und -patienten diese Angebote auch wohnortnah wahrnehmen.

 

Wer kann teilnehmen – nach der Krebstherapie?

Das Programm „Aktiv in der Nachsorge“ richtet sich an Personen, die ihre Krebstherapie bereits abgeschlossen haben, sich in der Nachsorge befinden und aus medizinischer Sicht bedenkenlos teilnehmen können. Weiterhin ist es vor allem für Menschen geeignet, denen es schwer fällt, regelmäßig körperlich aktiv zu sein beziehungsweise sich im Alltag zum Sport zu motivieren. Interessenten für das Programm können sich an das Team des Präventions- und Bildungszentrums wenden, das unter Telefon: 0351 458-7447 oder E-Mail: praeventionszentrum@krebscentum.de erreichbar ist.

Veranstaltungen zu Bewegung und Sport informieren Patienten und Ärzte

Wer mehr zum Zusammenhang von Bewegung und Gesundheit bei Krebspatienten und zu „Aktiv in der Nachsorge“ erfahren möchte, dem bietet das UCC zwei Informationsveranstaltungen an:

  • Für Ärzte und andere Interessenten aus dem Gesundheitsbereich findet die Veranstaltungsreihe „Krebs im Fokus“ am Mittwoch, dem 2. März 2016 im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Hörsaal Haus 19, von 17.30 bis 20.00 Uhr, statt. Das Thema lautet „Aktiv in der Nachsorge – Bewegung während und nach der Krebstherapie“.
  • Ebenfalls ganz im Zeichen von körperlicher Bewegung steht der diesjährige „Tag der Selbsthilfe“, der sich an Krebspatienten, deren Angehörige und weitere Interessierte richtet. Diese Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 16. März 2016, von 13.30 bis 16.00 Uhr, ebenfalls im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, im Hörsaal von Haus 19 statt.

Die Stiftung Hochschulmedizin

Die Stiftung Hochschulmedizin Dresden wurde 2012 als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts errichtet. Ihr Ziel ist es, über die Grundversorgung hinausgehende Projekte der Krankenfürsorge, der medizinischen Forschung sowie der Aus- und Weiterbildung medizinischen Personals am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus und der Medizinischen Fakultät Dresden zu fördern. Ebenso leistet sie vielfältige Beiträge zur Volks- und Berufsbildung auf dem Gebiet der Medizin, insbesondere hinsichtlich der Arzt-Patienten-Kommunikation, der Prävention und des gesunden Alterns.
Zustiftungen an die Stiftung Hochschulmedizin Dresden helfen, das Stiftungskapital zu erhöhen und schaffen die Voraussetzungen für eine nachhaltige, generationenübergreifende Förderung. Mit Spenden werden aktuelle Projekte am Universitätsklinikum und der Medizinischen Fakultät gefördert. Kontakt über: info@stiftung-hochschulmedizin.de, Spendenkonto: Stiftung Hochschulmedizin Dresden, IBAN DE27 8505 0300 0221 0457 40, BIC OSDDDE81XXX, Ostsächsische Sparkasse Dresden.

Das Universitäts KrebsCentrum

Das UCC ist seit 2007 ein durch die Deutsche Krebshilfe ausgezeichnetes onkologisches Spitzenzentrum. Oberstes Ziel des Zentrums ist es, Patienten mit Tumorerkrankungen eine optimale Diagnostik, Behandlung und Nachsorge nach dem neuesten medizinischen Kenntnisstand anzubieten. Als onkologisches Spitzenzentrum steht das UCC für eine exzellente Krankenversorgung und Forschung. Mit seinem Präventions- und Bildungszentrum engagiert sich das Universitäts KrebsCentrum seit mehr als sechs Jahren für eine Stärkung des öffentlichen Bewusstseins für Krebserkrankungen und deren individuelle Vorbeugung. Mit Angeboten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene informiert es die Bevölkerung sachsenweit. Allein in den letzten sechs Jahren konnten mehr als 14.000 Kinder und Jugendliche in Sachsen mit Projekten des UCC erreicht werden.

3. Februar 2016 |Newsticker, Onko-Gesundheit, Onko-Newsticker|

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