Fluoridierung und orale Mukositis in der Onkologie

Fluoridierung und orale Mukositis in der Onkologie

Adhärenz auf der internationalen Dental-Schau 2017 im Fokus. Auf der diesjährigen internationalen Dental-Schau 2017 (IDS) in Köln legt der Pharmakonzern kreussler Pharma seinen Fokus verstärkt auf die Bereiche Fluoridierung und orale Mukositis in der Onkologie. Der Wiesbadener Konzern zeigt wissenschaftliche Ergebnisse und die sich daraus resultierenden Konsequenzen für zahnärztliche Praxen.

Tägliche Aminfluorid-Gabe als sinnvolle Schutzbarriere für die Zähne

Das Thema „Fluoridierung“ ist nach wie vor von Bedeutung. Der Irrtum, dass eine systemische Fluoridierung den Zahnschmelz nachhaltig gegen die Säureangriffe durch kariogene Bakterien schütze, ist von Wissenschaftlern und Klinikern bereits wiederlegt. Fluoridiertes Trinkwasser oder die Tablettenfluoridierung stellen keine Schutzmöglichkeit dar.

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Prof. Dr. T. Dammaschke von der Poliklinik für Parodontologie und Zahnerhaltung Münster empfiehlt vielmehr, kleinere Mengen Fluorid lokal an der Zahnoberfläche aufzubringen. Eine mögliche Fluorid-Quelle stellt hierbei die Zahnpasta dar. Als zusätzliche Maßnahme können einmal wöchentlich angewandte hochdosierte Fluoridgelées unterstützend Anwendung finden (üblicherweise 12.500 ppm Fluorid). Dass es Anwenderinnen und Anwendern neben der Schutzfunktion auch auf den Geschmack ankommt, bestätigen Deutschlands Zahnärzte. [1,2] Patienten können somit durch Geschmacksverbesserung zu einer konsequenten wöchentlichen Anwendung von aminfluoridhaltigem Gelée motiviert werden, was wiederum ihr Kariesrisiko senken könnte.

Orale Mukositis: Onkologen und Dentalmediziner arbeiten Hand in Hand

Zu Nebenwirkungen im Mundbereich kann es durch den Einsatz von Chemo-, Strahlentherapien sowie durch moderne Tumortherapeutika kommen. Dr. S. Wagner, Onkologische Schwerpunktpraxis/Brustzentrum Saar Mitte Saarbrücken, bestätigt, dass es im oralen Bereich zur Mukositis kommen kann: „Wir schicken alle unsere Patienten zum Zahnarzt. Eine chemotherapieinduzierte Mukositis tritt, je nach verwendeter Wirksubstanz, in 10 bis 66 Prozent der Fälle auf und ist häufig sehr schmerzhaft und belastend.“

Der Erhalt der Lebensqualität sowie die Ermöglichung der Nahrungsaufnahme sind therapeutische Ziele. Die frühzeitige Einbindung des Zahnarztes ist bei der onkologischen Therapie anzuraten, da es bei zu starken Schmerzen im Mundbereich sogar zum ebendiesem Therapieabbruch kommen kann. „Dank der konsequenten Schmerzausschaltung und Mukositis Therapie und nachfolgender Prophylaxe ist sie dann aber doch dabei geblieben“, zeigt sich Dr. Wagner bei der Vorstellung eines Patientenfalls erleichtert.

Der Onkologe rät, Sofortmaßnahmen in der lokalen Betäubung zu ergreifen. Lokale Betäubungen durch lidocainhaltige Präparat können helfen, schmerzende Stellen im Mund zu behandeln. Die Wirkung tritt bereits nach 15min ein. Patienten können die schmerzenden Läsionen somit zu Hause behandeln und wieder Essen sowie Getränke zu sich nehmen.

  1. Marinho VC, Higgins JP, Logan S, Sheiham A. Fluoride gels for preventing dental caries in children and adolescents. Cochrane Database Syst Rev. 2002;(2):CD002280
  2. Kolb AK, Schmied K, Fassheber P, Heinrich-Weltzien R. Preschool children’s taste acceptance of highly concentrated fluoride compounds: effects on nonverbal behavior. J Clin Pediatr Dent 2013; 38: 31-37

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