Frühzeitige Diagnose und Therapie von Lebererkrankungen können Krebs verhindern

Frühzeitige Diagnose und Therapie von Lebererkrankungen können Krebs verhindern

„Leberzellkrebs ist weltweit die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. In etwa 80 bis 90 Prozent der Fälle entwickelt sich der Leberzellkrebs auf Basis einer Leberzirrhose. Die Zahl der Todesfälle aufgrund von Leberzellkrebs hat sich seit den 70er-Jahren mehr als verdoppelt. Auch in Deutschland steigen die Zahlen. Es gibt jährlich etwa 8.200 Neuerkrankungen und fast ebenso viele Todesfälle“, erklärt Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung und fordert: „Wir werden die Anstrengungen im Kampf gegen Tumorerkrankungen wie Leberzellkrebs entschlossen fortsetzen. Die Menschen müssen begreifen, dass HCC-Vorstufen wie eine nicht-alkoholische Fettleber häufig durch unseren westlichen Lebensstil, der oft durch zu wenig körperliche Betätigung und ein überreiches zuckerhaltiges Nahrungsangebot gekennzeichnet ist, entstehen.“

Aktuell werden sieben von zehn Leberzellkrebs-Erkrankungen erst in bereits fortgeschrittenen Stadien entdeckt. Der Tumor ist besonders tückisch, weil man ihn häufig wegen fehlender Symptome zu spät diagnostiziert: Heilbar ist Leberzellkrebs jedoch nur, wenn er frühzeitig entdeckt und behandelt wird. Diese bösartige Erkrankung entwickelt sich direkt aus den Leberzellen – meist auf der Basis einer Leberzirrhose, die nach einer lange bestehenden Lebererkrankung entsteht. Bei Zirrhose wird das gesunde, aktive Lebergewebe durch Bindegewebe ersetzt, das die vielfältigen Stoffwechselaufgaben des gesunden Lebergewebes nicht übernehmen kann. Die Ursachen für eine Leberzirrhose sind vielfältig: Neben Alkoholmissbrauch, chronischen Infektionen mit den Hepatitis B-, Hepatitis C- oder Hepatitis delta-Viren zählen immer häufiger die von Professor Manns beschriebenen nicht-alkoholischen Fettlebererkrankungen (NAFLD) zu den Risikofaktoren. Auch Diabetes mellitus, erbliche Stoffwechselerkrankungen und Schimmelpilze in der Nahrung können zu einer Leberschädigung mit anschließender Leberzellerkrankung führen.

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„Betroffene haben bei einer beginnenden Leberzirrhose häufig keine Beschwerden. Deswegen ist es wichtig, dass an Aktionstagen wie dem Weltkrebstag auf die Möglichkeiten hingewiesen wird, die Prävention und Früherkennung für die Verhinderung von Leberzellkrebs bieten“, betont Professor Manns. Neben einer Ultraschall-Untersuchung können erhöhte Leberwerte im Blut entscheidende Hinweise auf eine Lebererkrankung geben.

Wie notwendig verstärkte Aufklärung über Krebserkrankungen wie beispielsweise Leberzellkrebs ist, belegen aktuelle Studienergebnisse des Forschungsinstituts Forsa: Die Angst der Menschen vor bösartigen Tumorerkrankungen geht zurück. Im Jahr 2010 gaben 73 Prozent der Befragten an, Angst vor Krebs zu haben. 2017 waren es nur noch 65 Prozent. Und mit dem Rückgang der Angst sinkt auch die Zahl der Menschen, die an Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen. Nur 49 Prozent – also knapp jeder Zweite – nimmt aktuell die Krebsfrüherkennung in Anspruch. 2010 waren es noch 60 Prozent. Ebenfalls rückläufig ist das Interesse an regelmäßiger sportlicher Betätigung und gesunder Ernährung.

Offensichtlich besteht großer Aufklärungsbedarf rund um das Thema Krebs. Der Motivationsaufruf zum Weltkrebstag mit dem Motto „Wir können. Ich kann.“ fordert zum Handeln auf allen Ebenen auf.

„Die Deutsche Leberstiftung freut sich über das weltweite Engagement zum Weltkrebstag und unterstützt es. Auch wir engagieren uns in verschiedensten Aktionsfeldern im Kampf gegen Lebererkrankungen, die unter anderem zu Leberzellkrebs führen können. Die Kampagnenziele decken sich mit unseren Forderungen nach Früherkennung und gesunder Lebensweise“, sagt Professor Manns.

Die Deutsche Leberstiftung bietet für Betroffene und ihre Angehörigen ein Informationsfaltblatt zum Thema „Leber und Krebs“ sowie einen Lebertest an. Um Patienten mit einer chronischen Lebererkrankung, die ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Leberzellkrebs haben, zu unterstützen, hat die Stiftung einen Früherkennungspass zum Leberzellkrebs entwickelt. Informationen zu Bestell- und Downloadmöglichkeiten dieser und weiterer Service-Angebote der Deutschen Leberstiftung unter www.deutsche-leberstiftung.de.

Deutsche Leberstiftung

Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die Stiftung sehr erfolgreich.
Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de.

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen, ihre Diagnosen und Therapien – jetzt in dritter, aktualisierter und erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-89993-899-9, 16,99 Euro.
Weitere Informationen: http://www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch.

Kontakt:
Deutsche Leberstiftung
Bianka Wiebner
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Tel 0511 – 532 6815
Fax 0511 – 532 6820
presse@deutsche-leberstiftung.de
http://www.deutsche-leberstiftung.de

1. Februar 2018 |Medas-Home, Newsticker, Onko-Home, Onko-Newsticker|

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